Ergänzung für die Software-Industrie:
    Rekonfigurations-Agilität

    Realisation der Management Imperativen für eine
    "Assemble-to-Order"-Produktionsfähigkeit eines Unternehmens

    von Roger T. Burlton, Ronald G. Ross & John A. Zachman[1]

    Der Kontext und die Bedeutung dieser Ergänzung
    basiert auf dem Business Agility Manifest.

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    1. Der wesentlichste Software-Aspekt zur Unterstützung einer Geschäftsagilität ist die Rekonfigurationsagilität – die Art und Weise, wie Software-Lösungen zu jedem beliebigen Zeitpunkt konfiguriert und schnell umkonfiguriert werden können.
    2. Bausteine für die Rekonfigurationsagilität sollten auf Geschäftswissen basieren und in einer Geschäftswissensbasis abgelegt sein.
    3. Die prozedurale Zusammenstellung von Software-Lösungen führt zu Inflexibilität, Aufblähung und Komplexität – die Anpassbarkeit stagniert. Ein deklarativer Ansatz, der auf Regeln basiert, ist dem weit überlegen.
    4. Rekonfigurationsagilität bedeutet schnelle und nachvollziehbare Geschäfts­änderungen nach der erstmaligen Bereitstellung von Geschäftsprodukten, Geschäftsprozessen und anderen Infrastrukturinvestitionen.
    5. Viele Geschäftsprozesse müssen heutzutage nicht mehr in vordefinierten Abläufen abgewickelt werden. Das bedeutet nicht, dass sie keine Regeln befolgen. Aber es bedeutet, dass sie mit den entsprechenden Geschäftsregeln und Bots just-in-time konfiguriert werden müssen.

    1. Agile Praktiken in der Software-Entwicklung entstanden hauptsächlich aus den eingeschränkten Möglichkeiten der aktuellen Technologie, explizites Geschäfts­wissen einfach wiederverwendbar zu machen.
    2. Die schnellere Entwicklung von Code ist nicht die Antwort auf geschäftliche Agilität. Die Software-Industrie sollte neue interaktive Werkzeuge zur Verfügung stellen, um eine schnelle Rekonfiguration von Geschäftsprodukten und -prozessen zu unterstützen.
    3. Die Software-Industrie hat einen fundamentalen Aspekt von Geschäfts­aktivitäten nicht verstanden. Ein Geschäft basiert auf Pflichten, die verletzt werden können. Solche Geschäftsregeln erfordern eine selektive Reaktion auf Verstösse (z.B. Warnungen oder Korrekturmassnahmen) und abgestufte Durchsetzungs­ebenen (von der strikten Durchsetzung bis hin zur einfachen Richtlinie).
    4. Die Debatte in der Software-Industrie über regelbasierte vs. statistikbasierte KI-Techniken wird nichts an der Tatsache ändern, dass Unternehmen grundsätzlich pflichtbasiert sind.
    5. IT-Projektexperten benötigen automatisierte Wissensbegleiter – Bots, die in Dialoge eingreifen können, um Geschäftswissen auf Lücken, Konflikte, Mehr­deutigkeiten und Vollständigkeit zu überprüfen.

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    [1] Dank an Gladys S.W. Lam für Input zum Inhalt und zur Organisation des Manifests und an Sasha Aganova für die Leitung der Arbeiten bis zu deren Fertigstellung. Dank an Dr. Jürgen Pitschke für seinen wertvollen Beitrag bei der Übersetzung des Manifests.

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